LZ Sinzig – Großeinsatz bei Dachstuhlbrand am Sinziger Kreuz

Großeinsatz für die FeuerwehrGroßeinsatz für die Feuerwehr

Ein Großbrand am späten Abend in einer Stadtvilla am Sinziger Kreisel sollte die einzelnen Einheiten der Feuerwehr Sinzig die gesamte Nacht bis zum nächsten Tag über beschäftigen. Gegen 22.50 Uhr wurde der Löschzug Sinzig zu einer unklaren Rauch­entwicklung im Bereich der Kölnerstraße über Sirene alarmiert. Vier Minuten später rückte bereits ein erstes Löschgruppenfahrzeug aus. Schnell wurde klar, dass der Dachstuhl eines Wohnhauses an der Ecke Kölnerstraße zur Wallstraße brannte. Sofort wurden zunächst der Löschzug Bad Bodendorf und die Drehleiter aus dem benachbarten Remagen zur Unterstützung nachalarmiert.

Schnell wurde von den ersten Einsatzkräften ein Innenangriff gestartet. Ein erster Angriffstrupp unter Atemschutz ging über das Treppenhaus zur Brandbekämpfung in das obere Brandgeschoss vor. Beim Öffnen der Türe zum Brandherd kam ihnen schon eine enorme Hitzeentwicklung entgegen. Die besondere Schutzkleidung der Feuerwehr ermöglichte ihnen jedoch ein weiteres Vorgehen

Ausleuchten der Einsatzstelle
Ausleuchten der Einsatzstelle

Nach Eintreffen des zweiten Löschzuges aus Bad Bodendorf wurden zwei Abschnitte zur Brandbekämpfung gebildet. Von der Rückseite nahmen die Bad Bodendorfer Kameraden mehrere Strahlrohre im Außenangriff vor. Auf der Kölnerstraße wurde die Drehleiter in Stellung gebracht, von wo aus auch der Sinziger Löschzug die Lösch­maßnahmen einleitete. Zur Verstärkung wurden um 23.09 Uhr noch die Löschgruppen Koisdorf, Löhndorf und Westum alarmiert, welche in den beiden Einsatz­abschnitten eingesetzt wurden. Da auch zahlreiche Trupps im Innenangriff im Einsatz waren, wurden besonders viele Atemschutz­träger benötigt. Dafür wurden dann gegen 23.17 Uhr noch die Löschgruppe Franken und Löschfahrzeuge der Feuerwehr Remagen hinzugezogen. Den großen Nachschub an Atemschutzgeräten lieferte der Gerätewagen-Atemschutz aus der Kreisstadt Ahrweiler.

Mitten im weiteren Geschehen erreichte die Einsatzleitung die Meldung eines Anwohners, dass er einen Angehörigen vermisse. Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Person im Gebäude befände. Sofort wurde ein Großaufgebot an Atemschutztrupps zur Suche und Menschenrettung in das Wohnhaus vorgeschickt. Nach kurzer Zeit konnte dann aber glücklicherweise wieder Entwarnung gegeben werden. Die Person tauchte außerhalb des Gefahrenbereiches wieder auf.

Gerätewagen Atemschutz
Gerätewagen Atemschutz

Das Ausleuchten der gesamten Einsatzstelle übernahm der Ortsverband Sinzig des Technischen Hilfswerkes. Acht Helfer bauten zentral im Kreisel mehrere Scheinwerfer und eine Lichttraverse an einem Kran auf, sie waren mit zwei Fahrzeugen und einem großen Stromaggregat vor Ort. Weiterhin kam auch die Verpflegung der Einsatzkräfte im Verlauf vom THW aus Sinzig. Von Seiten der Feuerwehr wurde das Feuer in der Zwischenzeit von teilweise bis zu vier Trupps im Innenangriff und über Drehleiter, sowie fünf Trupps im Außenangriff bekämpft. Nach rund einer Stunde war ein erster Löscherfolg erkennbar, allerdings machte die enorme Brandlast und die Holz- und Lehmdecken den Feuerwehrleuten immense Schwierigkeiten. So kam es doch immer wieder mehrere Male zum erneuten Aufflammen des Brandes.

Durch die entstandenen Brandschäden am Dachstuhl verlor ein gemauerter Kamin immer mehr an Stabilität. Von daher entschloss man sich in der Einsatzleitung den Kamin vorsorglich abzureißen um keine Einsatzkräfte bei einem möglichen unkontrollierten Einsturz zu gefährden. Vom Gerätehaus in Sinzig rückte der Gerätekraftwagen mit Seilwinde und schwerem Gerät aus, mit dessen Hilfe der Kamin abgetragen wurde. Ein hinzugezogener Statiker beurteilte weiterhin die gesamte Tragfähigkeit des Dachstuhls.

LF 16/12 an der Einsatzstelle
LF 16/12 an der Einsatzstelle

Gegen 04.24 Uhr konnte dann allmählich mit den Aufräum- und Nachlöscharbeiten begonnen werden. Im Dachgeschoss mussten die Arbeiten allerdings immernoch unter Atemschutz durchgeführt werden, da teilweise noch letzte Brandstellen und Rauchentwicklung vorhanden war. Während den gesamten Löscharbeiten kam auch wieder die Wärmebildkamera der Feuerwehr Ahrweiler hilfreich zum Einsatz. Um weiteren Schaden zu verhindern begann man teilweise damit Wertgegenstände zu bergen und das Löschwasser mit Wassersaugern aufzunehmen. Ab ca. 01.30 Uhr, nachdem die Lage etwas besser unter Kontrolle war, wurde versucht nach und nach Kräfte wieder aus dem Einsatzgeschehen herauszulösen und nach Hause zu schicken um auch die Einsatzbereitschaft der Feuerwehreinheiten wieder herzustellen.

Der Großteil an Kräften konnte jedoch erst um 06.00 Uhr am frühen Morgen die Einsatzstelle verlassen. Besonders erwähnenswert: viele der freiwilligen Feuerwehrleute und Helfer standen um 8.00 Uhr wieder pünktlich an ihren Arbeitsplätzen! Eine Brandwache verblieb jedoch nach wie vor mit einem Löschfahrzeug (LF 16/12) an der Einsatzstelle. Um 07.30 Uhr meldete diese dann auch ein erneutes Aufflammen von Glutnestern im gesamten Dachbereich und forderten alle im Gerätehaus anwesenden Kräfte zur Einsatzstelle an. Mit einem LF 8/6 und dem MTW rückten daraufhin noch acht Feuerwehrangehörige erneut aus. Mit einem Schaumangriff konnten die Flammen schnell erstickt werden. Im Laufe des Tages wurde der Brandort dann noch drei weitere Male kontrolliert, einmal mussten auch noch kleine Brandreste abgelöscht werden.

Endgültiges Einsatzende war für die Sinziger Wehrleute dann gegen 18.00 Uhr am Nachmittag des darauffolgenden Tages nach fast 20 Stunden im Einsatz. Bilanz des Großbrandes 103 Feuerwehrleute mit 18 Fahrzeugen, 14 Helfer des THW mit zwei Fahrzeugen, fünf Rettungskräfte des DRK mit zwei Rettungswagen und ein Sachschaden, der in die hunderttausende geht. Verletzt wurde bei dem Einsatz glücklicherweise niemand, die Familie war zur Zeitpunkt des Feuers im Urlaub. Zur Brandursache kann von Seiten der Feuerwehr nicht genaues gesagt werden. Es ist aber nicht auszuschließen, dass das Feuer durch einen vorhergehenden Blitzeinschlad während des Unwetter ausgelöst wurde.

Eingesetzte Fahrzeuge:
LZ Sinzig ELW 1, LF 16/12, LF 8/6, TLF 24/50GKW, MTW
LZ Bad Bodendorf  TLF 16/25, MTW, TSF
LG Westum TSF-W,
LG Löhndorf TSF-W
LG Koisdorf TSF
LG Franken TSF-W
Feuerwehr Remagen DLK 23/12, TLF 16/25, LF 8/6, KdoW, MTW, MZF 3
Feuerwehr Ahrweiler GW-AS
THW OV Sinzig  MzKW, LKW (Ladekran), MTW, SEA 50 kVA
DRK Kreis Ahrweiler  2 RTW [newline]

Quelle Bilder: Feuerwehr Sinzig, Feuerwehr Ahrweiler, THW Sinzig